Stille Sehnsucht

Lange Wege im Gänsemarsch – immer entlang – immer dieselben – meine Füße können sie schon sehen.

Auf der Suche nach weißen Wolken, weiß wie Schnee auf den grünen Blättern der heißen Herbsttage.

Weiße Wolken tragt mich mit euch fort, ich träume, gebettet in Weiß mit den Wolken mitzufliegen, immer weiter bis ich im Paradies angekommen bin.

Weiße Wolken denkt an mich, wenn ihr fortgegangen seid und schickt mir ein bisschen Watte zurück.

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Zurückwanderung

Zurück ins Land von Nirgendwo nach weiter Reise nur mit der Hoffnung auf ein besseres Leben im Gepäck. Lange war die Fahrt wie kurz die Rückkehr.

Hin über Land und Wasser in Gefahr mit Vielen, die immer weniger wurden – zurück durch die Luft fein säuberlich verpackt.

Der Aufbruch schäbig, die Heimkehr komfortabel. Doch im Losziehen lag die ganze Sehnsucht von Generationen, der Drang des Herzens – der Rückzug kommt Versagen gleich.

Ich werde wiederkommen.

Schnee sehen

Weißer Stoff flattert wie Segel im Wind,

gibt Kühle in der Hitze des Mittags.

In weißen Wolken versinkt mein Körper, tief eingebettet wie im Grab.

Mein Blick auf die weiße Wand geheftet, sucht nach Unregelmäßigkeiten,

nach Unterbrechung, an die er sich klammern kann.

 

Es gibt noch Hoffnung hat der Arzt gesagt als er im weißen Kittel mich schlafend wähnend auf weißes Papier kritzelt.

Die Schwester entfernt das weiße Tablett mit dem unberührten Essen.

Bald kommt sie zurück, streicht mit ihrer hellen Hand über die Stirn, die meine zu sein scheint.

Es gibt bald Schnee, ich werde ihn sehen.

Konsum 2

Träume ziehen vorbei, keine Kraft sie festzuhalten,

spielen mit den Füßen, stellen fallen, schlagen Haken,

die Hände leer, die Erinnerung fehlt.

 

Gedanken werden zu Wolken,

das Herz wird zur Hand, die nach Brot greift,

Brot wird zu Fleisch,  dehnt sich aus, verformt, wird schwer.

aus Wolkenbergen sind Landschaften geworden.

Konsum 1

Schön verpackt, mundgerecht, in Zellophan, glänzen sie uns an,

locken, verlocken, winken herüber, wollen verführen,

versprechen eine neue Welt, einen neuen Körper, ein neues Selbst

Lichtblitze gleißend hell, reißen in die Wolken empor,

lassen fallen, fallen tief, tief hinab, in ein dunkles Nirgendwo.

 

Umherirrend, orientierungslos,

ziehen noch mehr Regenbogen vorbei,

Lichtspiegel, lachen und rauben das schon verloren geglaubte.

 

Nicht eher Ruh, bis nichts mehr da ist.

Heimatlos

Herrenlose Geister treiben übers Feld, das sie verloren glauben.

Dunkelheit am Horizont.

Wo Mitte fehlt und schwarze Wasser bodenlos hinabstürzen, keine Feste die Hände öffnet.

Verschränkte Arme vorfindend, im Kampf gegen die Zeit.

Kampf gegen das Wort aus Einsamkeit – ins Ödland hinein.

Heimsuchung um jeden Preis. Heim-Suchung – ein Baum breitet seine Wurzeln aus.

Kein Ödland mehr.

Der Klang von zerriebenem Papier noch im Ohr, verloren für immer.

Ein Gang ganz durch die Mitte, doch am Rande vergessen.

Frischer Wind steigt in die Nase, füllt sie mit Schnupfen. Noch ist kein Winter.

Heimat-los

Heim hat wer eine Heimat hat,

Los auf in die Heimat die Heim ist und auch hat,

für uns, hat die Heimat ihr Heim verloren,

Hat Heimat ein heimeliges Heim? für dich vielleicht, heimlich

Heimgesucht hab ich dich, in deinem Heim, in deiner Heimat.

Fühlst du dich noch heimelig?

Heimelig genug um mir ein Heim zu überlassen in deiner Heimat?

Heimat mein, mein Heim, jetzt auch deins, kann sein.

Zeig dein Los.

Der Geruch von Heimat

Goldgelber Quittengelee, der Duft von frischer Lavendelseife, das Geschrei der Kinder auf dem Vorplatz, das ist Heimat.

Auch hier gibt es Gläser mit Marmelade in vielen Sorten, die Läden sind voller Waschwaren in allen erdenklichen Sorten und Lärm gibt es auch genug,

aber Heimat, die finde ich nicht.